Recycling, Rohstoffressource und ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz
Für die Herstellung von Papier benötigt man Holz, und dafür müssen Bäume gefällt werden. Ein Baum liefert ausreichend Cellulose für umgerechnet einige zehntausend Schulhefte. Wenn man sich vor Augen führt, dass allein in Deutschland mehr als 200 Millionen Hefte pro Jahr verkauft werden, wird deutlich, um welche Größenordnung es geht. Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs, denn noch viel mehr Papier wird für Zeitungen, Zeitschriften und zum Beispiel Kopierpapier benötigt. Angesichts solcher Mengen wird deutlich, dass schon aus ökologischen Gründen eine Aufbereitung von vorhandenem, aber nicht mehr benötigten Papier unumgänglich ist.
Schon früh wurde deshalb die Entsorgung von Altpapier so organisiert, dass große Teile von ausgelesenen Zeitungen, aber auch Pappe und andere Verpackungsmaterialien aus Papier nicht mit dem Restmüll vernichtet, sondern einer erneuten Verwertung zugeführt werden. Damit das gelingt, ist allerdings eine saubere Trennung des Altpapiers von anderen Stoffen erforderlich. In Deutschland hat Mülltrennung Tradition, und deshalb wirken die Bürger hier auch besonders eifrig bei der Verwertung von Abfällen mit. In praktisch jeder deutschen Stadt stehen Papiercontainer, vielerorts wird das Altpapier sogar zu Hause abgeholt. Dort gibt es wie für den Restmüll oder den Biomüll eine eigene Tonne, in die ausschließlich aussortiertes Papier gefüllt werden darf. Es wird gesammelt, von möglichen Fremdstoffen gereinigt und kommt dann in eine Anlage zur Aufbereitung. So entstehen durch die Verwertung eines wertvollen Bestandteils im Abfall neue Produkte, die anschließend wieder verkauft werden können. Schreib- und Zeitungspapier, Toilettenpapier oder Papierhandtücher werden bevorzugt aus Altpapier hergestellt. Viele andere Produkte enthalten zumindest einen gewissen Anteil von recyceltem Papier.
Eine erneute Verwertung ist auch bei vielen anderen Rohstoffen möglich. So können beispielsweise Stahl und Eisen durch Aufbereitung wieder nutzbar gemacht werden, dasselbe gilt für viele Kunststoffe und für Elektronikbauteile.
Weil die Nachfrage nach Rohstoffen ständig wächst, ist der Markt der Abfallverwertung in vielen Bereichen inzwischen riesengroß. Hier mischen viele Unternehmen mit, die natürlich zunächst einmal Gewinne erwirtschaften wollen. Weil sie in ihrem Bestreben, möglichst erfolgreich zu sein, Verfahren vorantreiben, mit denen immer größere Teile des Abfalls erneut verwertet werden können, leisten sie ganz nebenbei einen Betrag zum Schutz der Umwelt. Auf diese Weise werden erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit und eine nachhaltige Schonung natürlicher Ressourcen optimal miteinander verbunden. Und jeder einzelne Verbraucher kann durch die ordentliche Trennung seines Mülls seinen ganz persönlichen Beitrag dazu leisten.